Xantener Altrhein soll an den Rhein angebunden werden – Umweltminister Remmel und Deichverband Poll unterzeichnen Vereinbarung

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(LPA) Umweltminister Johannes Remmel und der Deichverband Poll haben vereinbart, die Planungsleistungen für das Planfeststellungsverfahren zum Anschluss des Xantener Altrheins an den Rhein durchzuführen. Das Projekt ist mit dem Bau des rheinfernen Deiches an der „Bislicher Insel“ verbunden und dient gleichzeitig der Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie und dem Naturschutz im Naturschutzgebiet „Bislicher Insel“.

Der Deichverband Poll hat in den Jahren 2003/2004 mit den Planungen für die oberstromige Anbindung des Altrheins im Bereich Wesel-Werrich begonnen. Dabei wurde deutlich, dass der Altrhein bei höheren Wasserständen im Rhein nur dann durchströmt wird, wenn auch die unterstromige Anbindung östlich des Restaurants „Zur Rheinfähre“ verbessert wird. Das ist wichtig, um die naturnahen Auen der Bislicher Insel weiterzuentwickeln. Durch die geplante Durchströmung und die zu erwartende naturnahe Überflutungsdynamik werden Lebensräume für geschützte Arten in dem Gebiet verbessert und vergrößert.

„Die Gewässer in Nordrhein-Westfalen sind Lebensraum vieler Tiere und Pflanzen, darunter vieler geschützter Arten. Aber viele Gewässer wurden begradigt  oder ausgebaut, darunter haben Flora und Fauna stark gelitten. 45 Prozent aller Tier- und Pflanzenarten auf der Roten-Liste NRW gelten als gefährdet oder schon ausgestorben. Wir wollen in NRW naturnahe Gewässer, in denen bedrohte Arten wieder leben können. Deswegen ist das geplante Projekt in Xanten wichtig, hier werden Lebensräume für Fische, Pflanzen und andere Arten geschaffen“, sagte Minister Johannes Remmel.

Neben dem Naturschutz dient die Maßnahme auch der Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie. Durch die Anbindung des Altrheins ist zu erwarten, dass sich die Lebensräume für Fische hier verbessern und dass sich das auch auf den Rhein positiv auswirkt. Die ober- und unterstromige Anbindung des Xantener Altrheins soll in einem Gesamtprojekt und in Zusammenarbeit zwischen Wasserwirtschaft und Natur¬schutz erfolgen. Die Gesamtkosten des Projektes betragen zirka 20 Millionen Euro. Für den ersten Schritt – die konkrete Genehmigungsplanung – haben Umweltministerium und Deichverband Poll jetzt eine Vereinbarung unterzeichnet, die die Planungsaufgaben des Deichverbandes und die hundertprozentige Kostenübernahme durch das Land regelt. Für die anschließende Umsetzung des Projektes wird die Einwerbung von EU-Mitteln aus dem LIFE-Programm angestrebt.

Hrsg: Ministerium für Klimaschutz, Umwelt,
Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz
des Landes Nordrhein-Westfalen – Pressereferat
Schwannstraße 3, 40476 Düsseldorf

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